Ischebeck geht kreative Wege beim Tunnelverbau
Symbiose aus Hoch- und Tiefbautechnik für modernste unterirdische Verkehrsröhre in NRW
Ennepetal / Gevelsberg. Die Differenzierung gewinnt als Kriterium für Unternehmenserfolg immer mehr an Bedeutung. Anders zu sein als andere, nach Möglichkeit natürlich besser - eine Maxime, die sich auch die in Ennepetal beheimatete Friedr. Ischebeck GmbH zur Philosophie gemacht hat.
So hat das Unternehmen im Juni bereits zum zweiten Mal auf besondere Weise unterstrichen, dass die gelungene Mischung aus technologischem Know-how, detaillierten Produktkenntnissen, konzeptioneller Kreativität und firmenübergreifendem Engagement nicht nur beachtenswerten Imagewert hervorbringen kann.
Zudem birgt die wiederholte Problemlösung für die benachbarte Stadt Gevelsberg - insbesondere unter ökonomischen Aspekten - jetzt die Option, die Verbindung von zwei Elementen aus bislang vollkommen unterschiedlichen Produktwelten möglicherweise zu einer neuen Geschäftsidee zu entwickeln.
Die Rede ist von einer ganz individuellen und bisher einzigartigen Lösung für spezifische Verbau-Anforderungen - auch, aber nicht nur für Tunnelprojekte.
Gerade weil die Kommunen derzeit mit angespannten Finanzsituationen umgehen müssen, sind auch im Baubereich effiziente Lösungen und Konzepte gefragt. Vor diesem Hintergrund liegt nahe, die neue Ischebeck-Entwicklung für spezielle Verbaulösungen auch im Rahmen der Fachmesse „Kommunale" im Oktober in Nürnberg zu präsentieren.
Auflagen verlangen nach tragbarer Lösung
Doch der Reihe nach: Nicht ohne Stolz sprechen Stadtväter und Bürger der Stadt Gevelsberg (33.000 E) im Ennepe-Ruhr-Kreis von ihrem „Engelbert-Tunnel". Immerhin zählt die 540 Meter lange und zweispurige Röhre als modernste und wohl auch sicherste unterirdische Straßenverkehrsführung in NRW. Das Land investierte 35 Millionen Euro in das Projekt, dessen Name an den hier im Jahr 1225 ermordeten Kölner Erzbischof erinnert.
Mehr als 18.000 Fahrzeuge passieren seit 2007 täglich den zur Innenstadtumgehung konzipierten Tunnel - überwacht von 28 Videokameras, erhellt von einer kontrastmindernden Adaptionsbeleuchtung und versehen mit selbstleuchtenden LED-„Katzenaugen" als Fahrbahnmarkierung. 18.000 Quadratmeter Kunststoffbahnen schützen die meterdicke Betonröhre vor Wassereintritt. Modernste Brandmeldetechnik, eine für 60 Minuten ausreichende Notstromversorgung, zwei Fluchttreppenhäuser, mehrere Notrufkabinen, neun Hydranten und nicht zuletzt drei Strahlventilatoren zur Belüftung komplettieren die „Ausstattungsliste" und machen den Engelbert-Tunnel zum Vorzeigeprojekt.
Doch jede Medaille hat bekanntlich auch ihre Kehrseite. Im Fall des Engelbert-Tunnels hat diese ausgerechnet etwas mit einer institutionellen Traditionsveranstaltung zu tun, auf die die Gevelsberger mindestens ebenso stolz sind. Es geht um die seit Jahrzehnten immer am letzten Juni-Wochende stattfindenden Kirmes inmitten der Stadt. Denn die gesetzgeberischen Auflagen verlangten, die während der Kirmes unbefahrbare Röhre nicht nur mit ihrer eigenen Schrankenanlage, sondern darüber hinaus mit einem kostenintensiven, technisch aufwendigen Tunnelverschluss gegen Missbrauch, Vandalismus, Verletzungsgefahr u. a. m. zu sichern.
Die Stadtväter von Gevelsberg standen vor einem unerwarteten (Finanz)Problem. Die Lösung gipfelte letztlich in der sprichwörtlichen Erkenntnis, dass jede Regel auch eine Ausnahme kennt. In diesem Fall war nämlich ausnahmsweise guter Rat nicht teuer. Der Zufall wollte es, dass der ebenfalls involvierte Gevelsberger Kirmesverein mit Gerd Laake über einen Vorsitzenden verfügt, zu dessen Tagesgeschäft als Ischebeck-Verkaufsleiter nicht selten auch die Lösung schwieriger Probleme unter optimierten Bedingungen gehört.
Eine Idee und ihr Ergebnis: Es passt...
„Sämtliche Entscheidungsträger waren damit konfrontiert, entweder eine bezahlbare Lösung für den Tunnelverschluss zu finden oder erstmals in der Geschichte Kompromisse bei der Kirmesplanung machen zu müssen. Und wären allenthalben unpopulär gewesen - nicht nur für die Gevelsberger, sondern auch für die Besucher aus ganz NRW", erinnert sich der Ischebeck-Verkaufsleiter.
Für Gerd Laake lag nahe, auch im eigenen Hause nach einer Lösung zu sorgen. Und er wurde fündig. Der Clou: die Kombination von Ischebeck-Systemteilen, die mit Blick auf ihren eigentlichen Einsatzzweck überhaupt nichts miteinander zu tun haben, führte zum Erfolg. Ihre gemeinsame Verwendung ist normalerweise undenkbar. Eine einmalige Symbiose von Produktelementen aus Hoch- und Tiefbau.
„Die Idee war, den Tunnelverschluss über eine Art Nut- und Federprinzip herstellen zu können. Beim gedanklichen Überblick über unsere Produktpalette erschien es mir einen Versuch wert zu sein, die Spindelstützen unseres Alu-Schalungsgerüstes mit den Bohlen unseres Alu-Verbausystems zu verbinden", erinnert sich Laake.
Das Ergebnis war ebenso verblüffend wie erfreulich: Die Bohrungen des Seitenprofils der Verbaubohle, die eigentlich im Tiefbau zur Grabensicherung eingesetzt wird, passte fast haargenau zur Nut der Alu-Spindelstützen, die normalerweise als Systemteil für Ischebeck-Schalungsgerüste im Hochbaubereich dienen. So konnte durch eine Steckschraubenverbindung eine vollflächige, glatte Außenwand hergestellt werden, die genau den Anforderungen entsprach.
Mehrere Fliegen mit einer Klappe...
Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. Die Standard-Systemteile wurden zu Einzelwänden vormontiert, unmittelbar an den Tunneleingängen per Lkw-Kran wie Fertigbauteile eingeschwebt und zu einer geschlossenen Aluminiumwand zusammengefügt. Der gesamte Tunnelverschluss wurde rückseitig blind verschraubt. Eine Manipulation von außen war somit nicht möglich, der Tunnel sicher verschlossen. Das Ostportal erhielt ein abschließbares Revisionstor nach dem gleichen Bauprinzip.
Sehr zur Freude von Stadt, Kirmesverein und Bürgern wurden hier gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: der Tunnel erhielt einen von den Behörden geforderten und allen Auflagen entsprechenden Verschluss; die benutzte Technik und das „Teilsponsering" der Firma Ischebeck garantierte die für das Stadtsäckel ökonomischste Lösung; der Kirmesbetrieb blieb völlig unbeeinflusst. Und obendrein konnte die Stadtverwaltung den Tunnelverschluss zugleich für die einmal jährlich vorgeschriebenen Revisionsarbeiten nutzen.
Im vergangenen Juni wurde der Tunnelverschluss zum zweiten Mal erfolgreich durchgeführt. „Schön, dass wir hier eine tolle und günstige Lösung finden konnten, unter der die Kirmes nicht leiden muss", freut sich Gerd Laake als Vorsitzer des Kirmesvereins. Und als Repräsentant seines Unternehmens ist der Ischebeck-Verkaufsleiter froh darüber, „dass wir einmal ganz anders als im üblichen Tagesgeschäft unser technologisches Know-how einbringen konnten."
Eine Maßnahme, die in jedem Fall zur Philosophie des Ennepetaler Bausystemikers passt, der mit seinen Produkten grundsätzlich auf die Belange von Kunden und Märkten fokussiert und sich ihnen zugleich als kompetenter und leistungsfähiger Partner sowie als Problemlöser und Innovationsgeber empfiehlt.
Unter dieser Prämisse wird das Verbaussystem auch auf der „Kommunale" in Nürnberg präsentiert. Wer weiß, vielleicht wird ja eine prosperierende Geschäftsidee daraus?
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Tunnelverschluss á la Ischebeck: passgenau fügen sich die unterschiedlichen, blind verschraubten Systemteile zu einem Gesamtbauwerk, das allen behördlichen Auflagen genügt.


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